Baugenehmigung für EmAusBio-Betrieb Spielhofer: Fünf Jahre bis zum Bescheid

Für viele Bio-Schweinehalter:innen beginnt ein Stallneubau nicht mit dem ersten Spatenstich, sondern mit einem oft jahrelangen Genehmigungsverfahren. Der Bio-Betrieb von Andreas Spielhofer und Janina Ficek in der Steiermark steht beispielhaft für diese Herausforderung – und genau deshalb ist der Betrieb von Beginn an Teil des Projekts EmAusBio. Gemeinsam mit dem Betrieb von Thomas Archan bildet er einen der beiden Referenzbetriebe des Projekts.

Die ersten Überlegungen für einen neuen Bio-Schweinestall reichen bis ins Jahr 2020 zurück. Der bestehende Stall war für die geplante Zucht von Bio-Jungsauen zu klein geworden. Geplant war ein moderner Bio-Schweinestall für 37 Zuchtsauen, deren Nachzucht sowie einen Eber. Die erste Einreichung scheiterte jedoch am Standort, da sich das Grundstück in einem Hochwasserschutzgebiet befand.

Nach einer Neuplanung und der Suche nach einem alternativen Standort wurde das Projekt 2021 erneut eingereicht. Bereits Anfang 2022 bestätigten erste Gutachten, dass von der geplanten Anlage keine unzumutbaren Geruchsbelastungen für die umliegende Siedlung ausgehen würden. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche weitere Fachgutachten zu Themen wie Immissionsschutz, Wasserrecht, Brandschutz und Lärmschutz erstellt. Alle kamen zum Ergebnis, dass das Projekt genehmigungsfähig ist.

Dennoch wurde der Baubescheid der Gemeinde nach seiner Erteilung im Herbst 2024 von Anrainerseite beeinsprucht. Erst die Prüfung durch das Landesverwaltungsgericht brachte Klarheit. Sämtliche Unterlagen und Gutachten wurden bestätigt, der Einspruch abgewiesen und der Weg für den Stallneubau endgültig freigemacht.

„Von unserem ersten Antrag bis zum rechtskräftigen Baubescheid sind fünf Jahre vergangen. Allein die erforderlichen Gutachten haben mehr als 35.000 Euro gekostet“, berichtet Andreas Spielhofer. „Trotz positiver Beurteilungen hat sich das Verfahren durch den Einspruch nochmals um rund ein Jahr verlängert.“

Der Fall Spielhofer steht exemplarisch für viele Stallbauvorhaben in der biologischen Schweinehaltung. Obwohl Tierwohlställe gesellschaftlich gewünscht sind und hohe Anforderungen an Umwelt-, Tier- und Nachbarschaftsschutz erfüllen, fehlen häufig spezifische Bewertungsgrundlagen für Bio-Systeme mit Auslauf. Dadurch entstehen Unsicherheiten in Genehmigungsverfahren, die zu langen Verfahrensdauern und hohen Kosten führen können.

Genau hier setzt EmAusBio an. Das Projekt untersucht erstmals systematisch Ammoniak- und Geruchsemissionen aus Bio-Mastschweineställen mit Auslauf unter Praxisbedingungen. Ziel ist es, wissenschaftlich fundierte Daten und praxistaugliche Bewertungsgrundlagen bereitzustellen, die künftig Genehmigungsverfahren erleichtern und beschleunigen können.

Trotz der langen Verfahrensdauer blickt die Familie optimistisch in die Zukunft. „Andreas und ich haben schon viele Herausforderungen gemeistert – diesen Stallbau werden wir ebenfalls schaffen“, sagt Janina Ficek. „Ich wünsche mir, dass die Ergebnisse von EmAusBio anderen Betrieben helfen und zukünftige Stallbauprojekte einfacher und schneller möglich werden.“

Mit der rechtskräftigen Baugenehmigung ist nun ein wichtiger Meilenstein erreicht – für die Familie Spielhofer ebenso wie für das Projekt EmAusBio, das genau solche Erfahrungen aus der Praxis aufgreift und in konkrete Lösungen für die Zukunft der Bio-Schweinehaltung übersetzen möchte.

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