Presseinfos
Start für EIP-AGRI-Projekt EmAusBio: Neue Grundlagen für emissionsarme und tiergerechte Bio-Schweinehaltung
(Wien, 25.03.2026) Mit dem Projekt EmAusBio – Emissionen aus nicht überdachten Ausläufen im Biomastschweinestall startet ein innovatives Vorhaben, das eine zentrale Herausforderung der Bio-Schweinehaltung anspricht: Fehlende, anerkannte Emissionsgrundlagen für Haltungssysteme mit Auslauf.
Bio-Schweinehaltung steht für mehr Tierwohl: Stroheinstreu, strukturierte Buchten und verpflichtender Auslauf ins Freie. Damit unterscheiden sich diese Systeme grundlegend von konventionellen Vollspalten-Güllesystemen, auf denen aktuelle Bewertungsgrundlagen für Ammoniak- und Geruchsemissionen basieren. In der Praxis führt das zu Unsicherheiten in Genehmigungsverfahren, hohen Kosten für Einzelfallgutachten und Verzögerungen bei Stallbauprojekten.
Hier setzt EmAusBio an: Auf zwei Bio-Betrieben werden erstmals umfassende Messungen von Ammoniak im Stall und im Freien, ergänzt durch meteorologische Daten und standardisierte Geruchsbegehungen, durchgeführt. Ziel ist es, valide Emissionsdaten zu erheben und daraus praxisgerechte, genehmigungsfähige Bewertungsgrundlagen abzuleiten. Ergänzend werden emissionsmindernde Maßnahmen sowie Aspekte der Tierseuchenprävention systematisch analysiert.
„Bioschweineställe sind gut – für die Tiere auf jeden Fall. Ob sie auch bei Emissionen gut sind, war bisher die Frage. Mit EmAusBio schaffen wir nun Grundlagen, um tiergerechte Stallsysteme fachlich fair bewerten zu können“, betont Projektleiterin Dr. Sonja Wlcek von Bioschwein Austria.
Die wissenschaftliche Umsetzung erfolgt durch Raumberg-Gumpenstein Research & Development in enger Zusammenarbeit mit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein. „Wir erheben Daten direkt unter Praxisbedingungen und verbinden diese mit wissenschaftlicher Auswertung. Damit entstehen erstmals belastbare Emissionsfaktoren für Bio-Systeme, die sowohl für Betriebe als auch für Behörden nutzbar sind“, erklärt Roland Gutwenger (R&D Raumberg-Gumpenstein).
Ein wesentliches Merkmal von EmAusBio ist der Multi-Akteur-Ansatz: Landwirtschaftliche Praxis, Forschung, Beratung, Verbände (Bio Ernte Steiermark) und Behörden arbeiten von Beginn an eng zusammen. So wird sichergestellt, dass die Ergebnisse unmittelbar anwendbar sind. Das Projekt wird einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Bio-Schweinehaltung leisten – im Spannungsfeld von Tierwohl, Umweltschutz und betrieblicher Umsetzbarkeit.
Das Projekt EmAusBio wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft EIP-AGRI umgesetzt und läuft von Oktober 2025 bis Dezember 2027.
Rückfragehinweis:
Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL
DI Reinhard Geßl / Projektkoordination
+43 / 676 / 4059098
reinhard.gessl@fibl.org
